Der Philosophische Salon



Foto: Karl-Heinz Lewin 2015 Gortyn


Montag, 19. Oktober 2026, 19:00 Uhr

Referent: Dr. Walther Ziegler, München

Spinoza und der Gott Einsteins

Der berühmte niederländische Philosoph Spinoza (1632–1677) hatte einen radikalen Kerngedanken: Die Natur und Gott seien ein und dasselbe – eine gewaltige, unpersönliche Kraft, die nicht in das Leben der Menschen eingreife. Das Universum folge lediglich seinen eigenen ehernen Naturgesetzen; denn, so Spinoza, „die Macht der Natur ist eben die Macht Gottes (...)“. Als Albert Einstein gefragt wurde, ob er an Gott glaube, antwortete er: „Ich glaube an Spinozas Gott, der sich in der geordneten Harmonie des Bestehenden offenbart, nicht an einen Gott, der sich um Schicksale und Taten der Menschen kümmert.“ Das Universum ist uns gegenüber also gleichgültig, dennoch, so Spinozas faszinierende These, können und sollen wir das Universum „lieben“. Wie aber ist das möglich? Spinoza gibt uns Antwort.


Montag, 23. November 2026, 19:00 Uhr

Referent: Dr. Krisha Kops, München

Weltanhörung – Vom vergessenen Sinn des Hörens

Es wird viel geredet dieser Tage: Twitter, Talkshow, Tribüne – die Stimmen mehren sich, aber mehrt sich auch der Sinn? Das Gegenteil ist der Fall, weil das stille Pendant der Rede zunehmend verloren geht: das Zuhören. Selbst die Philosophie, die so unermüdlich über Sprache nachgedacht hat, überhört das Hören. Dabei beginnt jeder Dialog nicht mit dem ersten Wort, sondern beim ersten Ohr.
Wir wollen an diesem Abend lauschen: den Worten über die Dominanz des Sehens, des Wortes, über den Unterschied zwischen Hören, Zuhören und Lauschen, über deren Leiblichkeit, über Stille und Aufmerksamkeit, gar über Verletzlichkeit und Resilienz, die wirkliches Zuhören voraussetzt – und der Frage, ob eine Welt, die wieder zuhörte, eine andere wäre.


Montag, 14. Dezember 2026, 19:00 Uhr

Referent: Dr. Dr. Ruben Stelzner
Studien in geistes- und naturwissenschaftlichen Themenfeldern, philosophischer Buchautor, Unternehmer im Gesundheitswesen

Verlorene Weisheit – Was Naturwissenschaft, Religion, Kunst und Kultur verbindet

Wir leben in einer Zeit, in der Wissen jederzeit verfügbar ist. Und doch fällt es immer schwerer, den Überblick zu behalten. Naturwissenschaft, Religion, Wirtschaft und Kunst sprechen oft ganz unterschiedliche Sprachen und entfernen sich zunehmend voneinander. Vielen Menschen fehlt dadurch eine gemeinsame Orientierung.
Dabei gibt es grundlegende Muster, die unser Verständnis von Welt und Mensch seit Jahrtausenden prägen. Sie zeigen sich in Mythen und Märchen, in religiösen Traditionen, in Musik, Kunst und Architektur – und lassen sich auch in modernen naturwissenschaftlichen Erkenntnissen wiederfinden.
Dr. Dr. Ruben Stelzner lädt dazu ein, diese verbindenden Strukturen (Urprinzipien) neu zu entdecken. Anschaulich und verständlich zeigt er, wie sich scheinbar getrennte Bereiche zusammen denken lassen. Und er geht der Frage nach, welche Orientierung diese „verlorene Weisheit“ heute geben kann – ganz konkret für das eigene Leben.


Montag, 22. Februar 2027, 19:00 Uhr

Referentin: Dr. Dr. habil. Katharina Ceming, Augsburg

Die neue Macht der Religion(en) – Fundamentalismus im 21. Jahrhundert

Lange Zeit glaubte man im Westen, Religion werde im Zuge der Moderne zunehmend an Bedeutung verlieren. Doch weltweit zeigt sich heute das Gegenteil: Religiös-fundamentalistische Bewegungen gewinnen immer mehr Einfluss – im Islam ebenso wie im Christen- und Judentum. Besonders auffällig ist dabei, dass gerade junge Menschen von diesen Strömungen angezogen werden.
Warum üben fundamentalistische Bewegungen im 21. Jahrhundert eine solche Faszination aus? Welche Sehnsüchte sprechen sie an? Und weshalb gewinnen religiöse Gewissheiten in Zeiten gesellschaftlicher Unsicherheiten wieder an Bedeutung?
Der Vortrag beleuchtet die Merkmale religiösen Fundamentalismus und fragt nach den Ursachen seiner weltweiten Renaissance.


Montag, 15. März 2027, 19:00 Uhr

Referent: Professor Dr. Dr. Matthias Beck, Wien

Künstliche Intelligenz und Christentum – Ist KI vom Bösen?


Montag, 5. April 2027, 19:00 Uhr

Referenten: Melanie Tintera M.A. und Dr. Walther Ziegler

Wie Witze wirklich funktionieren – eine philosophisch soziologische Analyse des Lachens

Der bayrische Mundartphilosoph Karl Valentin hat einmal gesagt: „Alles hat drei Seiten, eine gute, eine schlechte und eine komische.“ Doch was ist die Komische? Viele große Denker haben sich intensiv mit dem Phänomen des Lachens und des Witzes beschäftigt. Im Zentrum der Veranstaltung stehen die spannenden „Witztheorien“ von Platon, Hegel, Schopenhauer und Freud. Es wird darüber hinaus der Versuch unternommen, das Lachen anhand von Witzen einer gemeinsamen phänomenologischen Analyse zu unterziehen. Warum lachen wir? Und was ist die Ursache dafür, dass wir dies genau an einer bestimmten Stelle tun?
Begeben Sie sich auf eine philosophisch-soziologische Spurensuche nach dem innersten Wesen des Lachens.


Die Vorträge finden im Kleinen Theater Haar, Casinostraße 6, statt. Sie beginnen um 19.00 Uhr, dauern eine Stunde und münden in einen offenen Diskurs. Der Eintritt ist frei, jedoch wird um eine angemessene Spende freundlichst gebeten.
Das Theater-Café ist jeweils eine Stunde vor Veranstaltungsbeginn geöffnet.
Das Kleine Theater in Haar ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln sehr gut erreichbar. Direkt vor dem Theater ist Parken verboten, stattdessen stehen Tiefgaragenplätze kostenlos zur Verfügung.
Anfahrt siehe Anfahrt zur Tiefgarage.

Eine Kooperation des Kleinen Theaters Haar und der Pfarrei St. Konrad Haar mit Unterstützung des Kulturvereins Haar e.V.

Konzeption: Marianne Heidegger und Hannelore Furtner