Der Philosophische Salon


Im Focus:

Der Geist Europas – wie wir wurden, was wir sind


Foto: Karl-Heinz Lewin 2015 Gortyn


Montag, 20. Oktober 2025, 19:00 Uhr

Referent: Dr. Walther Ziegler, München

Griechenland – die Wiege Europas

Das antike Griechenland des Perikleischen Zeitalters hat die europäische Kunst und Philosophie zutiefst geprägt. Nicht nur die Demokratie fand dort ihren Ursprung, sondern auch ein neues Ideal der Schönheit und Architektur und der bildnerischen Kunst, die uns bis heute prägt. Dabei ging es den Griechen nicht um die naturalistische Abbildung von Körpern, sondern um die Idee des Schönen schlechthin, wie sie Platon formuliert hat. Sie suchten nach der idealen Proportion, dem Metron Ariston, der goldenen Mitte zwischen Realität und dem Ideal der Schönheit, zwischen Bewegung und Stillstand, zwischen Anspannung und Gelassenheit. Letztlich ging es ihnen aber auch um eine bewußte Lebenshaltung zwischen existenzieller Freiheit und dem tragischen Ausgeliefertsein an das Schicksal.


Montag, 8. Dezember 2025, 19:00 Uhr

Referent: Dr. Walther Ziegler, München

Rom – die ewige Stadt regiert die Welt

Rom kennen die Meisten aus Kunst- und Reiseführern oder aus Hollywoodfilmen über Cäsar, Kleopatra und die Gladiatoren des Kolosseums. Doch Rom ist facettenreicher. Philosophen wie der Soldatenkaiser Marc Aurel, Wasserwerker wir Frontinus, der Chef der gewaltigen Aquädukte und Konstatin, der erste christliche Kaiser, haben die Stadt erst zu dem gemacht, als was sie in die Geschichte eingegangen ist, zur „ewigen Stadt“. Das römische Reich prägte die damals bekannte Welt rund um das Mittelmeer und verband ganz Europa mit Straßen. Die Römer erbauten zudem Städte mit einer bis heute vorbildlichen Infrastruktur. Der Vortrag wirft aber auch einen Blick hinter die Kulissen. Nicht nur die Taten und Bauten der strahlenden Kaiser werden beleuchtet, sondern auch die Latrinen und Mietskasernen. Der „Geist Roms“ wird zum Leben erweckt. Der Philosoph, Auslandskorrespondent und Hochschuldozent Dr. Walther Ziegler zeigt in diesen ersten beiden von 10 Multimediavorträgen, wie sich die zentralen Ideen Europas von Epoche zu Epoche bis zu ihrer heutigen Gestalt entwickeln. Denn – so Dr. Ziegler – Europa ist kein Ort; es ist eine Idee.


Neuer Termin: Montag, 02. März 2026, 19:00 Uhr

Referent: Prof. Dr. Matthias Beck, Wien

Sprichwörter – welche Weisheiten enthalten sie?

Eine philosophische Annäherung

Prof. Beck konnte den ursprünglich geplanten Termin wegen persönlicher Verpflichtungen nicht wahrnehmen. Als Ersatztermin ist nunmehr der 02. März vorgesehen.

Es gibt viele Sprichwörter aus dem Volk:

  • Der Mensch ist seines Glückes Schmied
  • Lügen haben kurze Beine
  • Ehrlich währt am Längsten
  • Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen
  • Reden ist Silber, Schweigen ist Gold
  • Kindermund tut Wahrheit kund
  • Der Weg ist das Ziel
Im Vortrag wird Prof. Dr. Matthias Beck, Mediziner, Pharmazeut, Theologe, Philosoph … aus Wien darauf eingehen, welche Lebensweisheit diese Sprichwörter enthalten.


Montag, 23. Februar 2026, 19:00 Uhr

Referentin: Dr. Dr. habil. Katharina Ceming,
Augsburg

Zwischen Freiheit und Verführung

Warum die rechtsstaatliche Demokratie unter Druck steht

Die rechtsstaatliche Demokratie gilt vielen als eine der größten Errungenschaften der Moderne – und steht doch zunehmend unter Druck.
Weltweit gewinnen autoritäre Bewegungen an Einfluß, das Vertrauen in demokratische Institutionen schwindet und politische Lager rücken ideologisch auseinander. Was macht den Antiliberalismus so stark und worauf beruht seine Anziehungskraft?
Eine differenzierte Analyse regt zum Nachdenken über die Voraussetzungen und Gefährdungen demokratischer Kultur an – und darüber, welche Haltung und Maßnahmen notwendig sind, um sie zu bewahren.


Montag, 16. März 2026, 19:00 Uhr

Referent: Dr. Krisha Kops, München

Höher, schneller, besser – oder einfach weiser?

Selbstoptimierung trifft Selbstkultivierung

Alles muß schneller, besser, schöner, stärker, größer sein – alles muss sich optimieren. Auch das Selbst bleibt davon nicht verschont. Es lässt sich „schön“ operieren, schluckt leistungssteigernde Substanzen, vermisst sich in Zahlen und Statistiken und sucht nach Sinn in Ratgebern, die regelmäßig die Bestsellerlisten besetzen. Doch wie weit soll diese Selbstoptimierung gehen?
Diese Frage wollen wir beantworten, indem wir das Konzept der Selbstoptimierung dem der Selbstkultivierung gegenüberstellen. Letztere hat in vielen philosophischen Traditionen – ob der indischen, chinesischen oder der antik-griechischen – eine lange Geschichte. Auch wenn moderne Selbstoptimierung sich stellenweise der Techniken der Selbstkultivierung bedient, unterscheiden sich beide Konzepte grundlegend: Sie entspringen zwei verschiedenen Lebensweisen.

Welche das sind, will Dr. Krisha Kops gemeinsam mit uns ergründen. Er ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl Intercultural Social Transformation an der Hochschule für Philosophie München, Themenschwerpunkt Kulturphilosophie und interkulturelle Philosophie


Die Vorträge finden im Kleinen Theater Haar, Casinostraße 6, statt. Sie beginnen um 19.00 Uhr, dauern eine Stunde und münden in einen offenen Diskurs. Der Eintritt ist frei, jedoch wird um eine angemessene Spende freundlichst gebeten.
Das Theater-Café ist jeweils eine Stunde vor Veranstaltungsbeginn geöffnet.
Das Kleine Theater in Haar ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln sehr gut erreichbar. Direkt vor dem Theater ist Parken verboten, stattdessen stehen Tiefgaragenplätze kostenlos zur Verfügung.
Anfahrt siehe Anfahrt zur Tiefgarage.

Eine Kooperation des Kleinen Theaters Haar und der Pfarrei St. Konrad Haar mit Unterstützung des Kulturvereins Haar e.V.

Konzeption: Marianne Heidegger und Hannelore Furtner